Die deutschen Grünen beweisen, dass sie Kanzlerin können

Die Deutsche Fahne vor dem deutschen Bundestag

Ich habe mich heute sehr gefreut zu erfahren, dass sich die deutschen Grünen auf eine Kanzlerinkandidatin geeinigt haben: Annalena Baerbock wird ihre Partei in die Bundestagswahl führen. Das wurde klar, als Robert Habeck auf die Kandidatur zugunsten von Baerbock verzichtete.

“Wir beide wollen es, aber am Ende kann es nur Eine machen.”

Robert Habeck

So schnell geht das also, völlig ohne großes Aufstehen, ohne Zwist, Grabenkämpfe, verschiedene Flügel und Urabstimmungen. Fast schon langweilig, möchte man sagen. Aber tatsächlich ist das sehr gut so: Politik kann manchmal so schön sein, wenn man gewillt ist hie und da zurückzustecken und zugunsten des gemeinsamen Erfolgs an einem Strang zu ziehen.

Für einen außenstehenden Beobachter wie mich ist die Sache völlig klar: Während CDU und CSU noch überlegen und drei Herren versuchen, sich gegenseitig zu überboten – ohne dass irgendwer noch mitbekäme, was die großen Ziele für Deutschland sind, haben die Grünen schon fertig und sprechen mit einer Stimme. Mit Annalena Baerbock geht nun eine junge (sie ist 40 Jahre alt), charismatische, mitreißende und sehr intelligente Frau ins Rennen – was man von den Bewerbern (sind ja nur Männer) von CDU und CSU nicht gerade behaupten kann.

Die Grünen beweisen damit, dass sie nicht nur in der Lage, geeint aufzutreten, sondern auch mehr als regierungsfähig und regierungswillens sind. Das braucht es auch. In allen Umfragen der letzten Wochen und Monate liegen die Grünen stabil auf Platz zwei. Eine enorme Sensation bahnt sich an, bedenkt man doch, dass die Grünen 2017 nur 8,9% hatten.

Gerade in der Corona-Krise braucht es politische Stabilität, klare Ziele und eine Vision. Dass Angela Merkel nach 15 Jahren an der Spitze Deutschlands nicht mehr Antritt, macht die Ausgangslage für die Union keineswegs leicht. Dass nach nach so langer Zeit bis dato immer noch nicht geklärt ist, in welche Richtung die größte Partei des Landes will, ist hingegen fast schon peinlich.

Es ist schön zu sehen, dass Annalena Baerbock und die Grünen die Chance dieses Machtvakuums und des innerparteilichen Konflikts von CDU und CSU nun nutzen – ganz nach dem Motto: “Wenn sich drei streiten, freuen sich die Grünen”.

Ich bin als völlig unbeteiligter Österreicher jedenfalls sehr gespannt auf den deutschen Wahlkampf und freue mich schon jetzt auf hoffentlich hohe Zugewinne bei unserer Schwesterpartei. Die sensationell unkomplizierte Entscheidung zur Spitzenkandidatin ist jedenfalls ein Schritt in eine grünere Richtung.

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