Die Rettung eines Baumes

Es gibt großartige Neuigkeiten aus dem Achten!

Aber der Reihe nach:
Seit 11. Jänner ist die Landesgerichtsstraße Großbaustelle. In wenigen Jahren soll hier die U2 Richtung Süden fahren und mit der U5 eine neue Linie entstehen. Ein wichtiges Projekt für die Stadt, aber auch für die Hunderttausenden, die von den neuen Anbindungen profitieren werden. Eine solche Großbaustelle bringt nicht nur Chancen mit sich, sie ist auch eine Herausforderung: Für AnrainerInnen, die jahrelang Lärm und Staub vor Ihrer Haustüre haben, für PendlerInnen, die Umleitungen und Sperren in Kauf nehmen müssen, aber auch für die Natur, wenn es etwa darum geht, Bäume zu fällen.

Dass Bäume gefällt werden, wenn man mit der U-Bahn doch eigentlich der Natur etwas Gutes tun möchte, mag widersinnig klingen, lässt sich aber nicht ganz vermeiden. Ein ganz konkreter Fall ist die Platane an der Ecke Landesgerichtsstraße und Josefstädter Straße. 85 Jahre ist dieser Baum alt. Er steht an einer Stelle, die man wahrlich als Portal zur Josefstadt beschreiben kann. Direkt gegenüber ist das berühmte Café Eiles unter dem Baum gab es bis vor wenigen Wochen einen Zeitschriftenkiosk, wo ich als Kind immer allerlei Hefte kaufen durfte. Und schräg gegenüber habe ich in meiner Volksschulzeit gewohnt. Ein Blick aus dem Fenster hat genügt, dann habe ich diesen Baum gesehen.

Jetzt muss dieser Baum weichen. Genau an seiner Stelle wird in wenigen Jahren der Aufgang zu den U-Bahnen entstehen.

Der Baum auf der Landesgerichtsstraße

Aber: Der Baum bekommt eine zweite Chance. Er wird verpflanzt und versetzt, in dem Park vor dem Justizpalast, am Schmerlingplatz. Ob der Baum diesen Eingriff überlebt, ist unklar. Aber fest steht: Ein engagiertes Team um einen Baumchirurgen tut momentan alles, um diesem Baum eine Zukunft zu geben – und das ohne Steuergeld.

Mich freut das sehr – als Anrainer aber auch als Vorsitzender des Umweltausschusses der Josefstadt, denn fest steht: Wien brauchen jeden Baum.

Sidenote:
Mich persönlich belustigt es, dass jetzt alle die Retter*innen des Baumes sein wollen: SPÖ-Stadtrat Hanke hat sich gestern vor der Plantane fotografieren lassen und die ÖVP argumentiert mit zwei Anträgen aus der Vergangenheit, obwohl in den Jahren genau nichts passiert ist und die Kettensägen schon (fast) gestartet waren.

Dem Baum ist das alles wurscht, mir auch: Hauptsache er bleibt bestehen.

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