Für eine sichere Josefstadt

Tempo 30 sorgt für bessere Luftqualität, leisere Straßen, und mehr Verkehrssicherheit. Kurzum: Es macht gesund und rettet Leben. Die Gründe, die für die Temporeduktion im Bezirk sprechen: 

Wie werden Städte verkehrssicher?

Diese Frage stellt man sich spätestens seit ein neunjähriger Bub auf seinem Schulweg in der Landstraße von einem LKW erfasst wurde – trotz Grünphase.

Der tragische Tod zog eine Petition und eine öffentliche Debatte nach sich, doch passiert ist von Seiten der Bundesregierung nichts.

Wir wollen handeln!

Die Josefstadt ist in der glücklichen Situation, seit geraumer Zeit keinen tödlichen Verkehrsunfall mehr verbuchen zu müssen. Doch das alleine kann und darf nicht der Anspruch verantwortungsvoller Bezirkspolitik sein: Regelmäßig kommt es im Bezirk zu Unfällen, in denen Menschen verletzt werden – selten auch schwer.

Ein Blick auf die Unfallkarte der Statistik Austria zeigt, dass sich Unfälle dort häufen, wo Tempo 50 gefahren wird. Das sind die Straßen, die den Bezirk begrenzen und sämtliche Schienenstraßen innerhalb der Josefstadt, etwa Laudongasse, Blindengasse oder – und vor allem – Josefstädter Straße.

Gerade in der Josefstädter Straße kam es in den vergangenen Jahren vermehrt zu Unfällen – bekannt wurde jener, in dem sich ein Zivildiener schützend vor ein Kind stellte, als ein Auto mit überhöhter Geschwindigkeit in die Bennogasse einfuhr. Das beherzte Eingreifen eines mutigen jungen Mannes hat damals womöglich Schlimmeres verhindert.

Die Unfallkarte der Statistik Austria zeigt auch, dass ein Großteil dieser Unfälle mit einer einfachen Lösung zu verhindern wäre: Tempo 30.

In Tempo-30-Zonen ereignen sich deutlich weniger Unfälle, das ist erwiesen und hat sich in dicht besiedelten Gebieten anderer Städte längst bewährt und durchgesetzt. Auch in Wien gibt es keinen einzigen Fall, in denen sich Tempo 30 nicht bewährt hat.

Das Besondere: Nicht nur die Unfallhäufigkeit, sondern auch die Unfallschwere nimmt mit Tempo 30 rapide ab: Das heißt, es kommt deutlich seltener zu schweren Verletzungen und Todesfälle sind in Gebieten mit 30 km/h sogar die absolute Ausnahme.

In anderen Worten: Tempo 30 rettet Leben.

Nicht nur das:
Eine Temporeduktion führt auch weniger Lärm in der Stadt. Auch hier zeigt ein Blick auf die Lärmkarte, dass die Josefstadt Nachholbedarf hat. Dem Deutschen Bundesumweltamt zufolge sind Tempo-30-Straßen um rund 10 Dezibel leiser als Straßen, in denen mit 50 km/h gefahren wird – das entspricht einer Halbierung der Lautstärke.

Auch in puncto Emissionen und Abgasen zeigt sich: Tempo 30 ist gesünder und klimafreundlicher für uns alle!

Radfahrende und Fußgänger_innen finden deutlich bessere Bedingungen im Straßenverkehr vor und können Straßen besser, schneller und vor allem sicherer queren. All das steigert die Zufriedenheit der Anwohner_innen und führt langfristig zu einer Steigerung der Lebensqualität im Grätzl.

Worauf warten wir also noch?

Die ÖVP ist mit ihrem „Kompromiss-Antrag“ auf Tempo 40 in der Josefstädter Straße gescheitert.
Unsere Linie ist klar: Wenn es um Verkehrssicherheit, Klimaschutz, Lärmreduktion und Lebensqualität geht, kennen wir keine faulen Kompromisse, die noch dazu zu einem nicht vertretbaren Schilderwald führen würden!

Die Vorteile liegen klar auf der Hand: Darum setzen wir uns für Tempo 30 in der gesamten Josefstadt ein, das heißt auf allen Straßen innerhalb des Bezirks, aber auch auf der Lerchenfelder Straße und der Alser Straße.

Wir fordern die Bezirksvorsteherin auf, ihre Autolobby-Politik zu beenden und endlich im Sinne der Menschen zu handeln.

Denn das Wohlergehen der Fußgänger_innen und Radfahrer_innen ist wichtig, gerade wenn es um Kinder im Straßenverkehr geht, sagen wir: Geschwindigkeit runter – Verkehrssicherheit rauf!

Unfallkarten der Statistik Austria oder (hier) der Technischen Universität Wien zeigen, dass es auf Tempo-50-Straßen zu deutlich mehr Unfällen kommt.

Dieser Artikel erschien auch auf josefstadt.gruene.at.

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