Wien muss verkehrssicher werden

Es gibt einige Probleme, die schwierig oder gar nicht zu lösen sind und jene, die relativ einfach aus der Welt zu schaffen wären.

Die Tatsache, dass Tag für Tag Menschen – allen voran Kinder – im Straßenverkehr verletzt, wenn nicht sogar getötet werden, ist jedenfalls ein Umstand, den vernünftig Denkende und auch die Regierung nicht hinnehmen dürfen.

Besonders das Schicksal des neunjährigen Henry, der auf seinem Weg zur Schule in der Landstraße während einer Grünphase von einem LKW erfasst und getötet wurde, rüttelt auf und hat eine Petition nach sich gezogen, die binnen weniger Tage von fast 70.000 Menschen unterzeichnet wurde. Auch das mediale Interesse war – selten bei Verkehrsunfällen – äußerst hoch und macht noch mehr Menschen auf das wichtige Thema aufmerksam.

Das Ergebnis von Norbert Hofers „LKW-Sicherheitsgipfels“ ist eine Farce und den Hinterbliebenen ein Schlag ins Gesicht.

Echte Taten!

Denn Unfälle wie dieser wären vermeidbar und wenn wir in einer sicheren und kindergerechten Stadt leben wollen, müssen leeren Worten auch echte Taten folgen.

In einem ersten Schritt hat Wien angekündigt, seinen Fuhrpark umzurüsten und die LKW-Flotte der Stadt mit Abbiegeassistenten zu versehen.

London ist noch einen Schritt weitergegangen und hat die Maßnahme „Safer Lorry Scheme“ ins Leben gerufen, die sämtlichen Lastkraftfahrzeugen, die gewisse Sicherheitsmerkmale nicht erfüllen, die Zufahrt in die Stadt untersagt. So müssen etwa Müllfahrzeuge und Linienbusse mit elektronischen Abbiegeassistenten und Rückfahrsystemen ausgestattet sein, aber auch private LKWs über 3,5 Tonnen.

Überhaupt muss die Frage gestellt werden, warum nach wie vor massenweise LKWs direkt in die Stadt einfahren und der Lieferverkehr nicht anders organisiert wird. Eine LKW-freie Stadt nach dem Vorbild Amsterdams muss das Ziel sein. In der niederländischen Hauptstadt die engen Gassen, die zu diesem Schritt geführt haben, in Wien könnten Verkehrssicherheit, Umwelt und Öffentlicher Raum davon profitieren.

Maßnahmen setzen!

Die Citymaut, wie sie von den Grünen gefordert wird, wäre ein erster Schritt dahin. Und das zwischen Wien und Niederösterreich gemeinsam initiierte Projekt „Logistik 2030+“ denkt die Idee der LKW-freien Stadt weiter und baut auf Logistikzentren am Stadtrand, wo die Waren und Güter für die (bald) Zwei-Millionen-Stadt auf Kleinfahrzeuge (mit Elektroantrieb) oder gar Lastenräder verladen werden.

Und auch andere Schritte, wie die Ausweitung von Schulstraßen oder Temporeduktionen (Stichwort: Tempo 30-Zonen) könnten helfen, die Stadt für alle sicherer und damit lebenswerter zu gestalten.

Bestimmt werden all diese Ideen, die in anderen Städten längst die Regel sind, auch in Wien irgendwann umgesetzt. Bis dahin werden ÖVP, FPÖ – und leider oft genug auch SPÖ – wohl fröhlich weiterblockieren und sinnvolle Maßnahmen auf dem Rücken der Menschen unterbinden.

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