Mindestsicherung: Wie die Krone ihre LeserInnen manipuliert

Die Mindestsicherung ist derzeit in aller Munde. ÖVP und FPÖ wollen sie kürzen, die FPÖ nur für „Ausländer“, die ÖVP am liebsten gleich für alle.

Zu viel bekommen die Menschen, heißt es. Wer Geld bekommt, möchte nicht arbeiten, lautet ein anderes Argument. Begriffe wie „soziale Hängematte“ geistern in den Foren und den sozialen Medien herum. Viele beschweren sich: „Die Menschen bekommen fürs Nichtstun Geld.“ Und überhaupt kämen die „Ausländer“ ja eh nur wegen der Sozialleistungen hierher, in unser schönes Land.

Da braucht es Fakten und Medien, die anschaulich darstellen können, was wirklich Sache. Dass von der FPÖ nichts als Lärm und Hetze zu erwarten ist, ist bekannt. Doch zumindest Journalisten könnte man zumuten, Dinge wirklich so darzustellen, wie sie sind.

Da kommt – einmal mehr – die Krone ins Spiel.

Heute erschien dort ein Artikel, bebildert mit folgender Grafik, die die Zahl der Mindestsicherungsbezieher nach Herkunftsland in Wien veranschaulichen soll:

kroneDie meisten Bezieher der Mindestsicherung kommen aus Österreich, wie zu erwarten ist.

Doch „direkt danach“, so suggeriert die Grafik, kommen schon die Ausländer: Unbekannt, steht da, Türkei, Serbien, Syrien, Afghanistan, …

Die Grafik erweckt sogar den Eindruck, es gäbe mehr ausländische Mindestsicherungsbezieher als österreichische, summiert man die Zahlen, die übrigens sogar mit jenen der Stadt Wien übereinstimmen, auf.

So hingegen müsste die Grafik tatsächlich aussehen, skaliert man die y-Achse für alle Herkunftsländer gleich.

bms-real

So und nicht anders.

Deutlich zu erkennen ist, dass nach den österreichischen Mindestsicherungsempfängern lange nichts kommt. Da ist auch gut so, denn so ist eben die Faktenlage, so sind die Zahlen der Stadt Wien und Journalisten, möchte man meinte, sollte diese auch so abbilden.

Freilich, um die Wahl der Farbe fällst sich streiten. Ich finde dieses Rot ja etwas bedrohlich, aber wir wissen alle, genau darum geht es der Krone. Ein Szenario zu inszenieren, dass es nicht gibt, die Bedrohung herbeizureden, die nicht stattfindet.

Vielleicht macht die Krone ja alles richtig, schließlich verkauft sie sich blendend, doch objektiv gesehen ist diese Art der Darstellung falsch und niederträchtig.

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